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Optimierung des deutschen freiwilligen Feuerwehrsystems durch morphologisches Benchmarking mit den Niederlanden

  • Diese Thesis befasst sich mit der Frage, in welcher Art und Weise sich das deutsche Feuerwehrwesen verändern und anpassen muss, um den abwehrenden Brandschutz nachhaltig sicherzustellen. Ausgangspunkt ist die Problemstellung, dass einige Freiwillige Feuerwehren besonders tagsüber und vornehmlich im ländlichen Räumen nicht mehr den gesetzlichen Schutzzielen und Anforderungen entsprechen können. Um dieser Frage nachgehen zu können, ist die Methode des Benchmarkings auf Gefahrenabwehrsysteme adaptiert worden. Da die Forschungen innerhalb des deutschen Feuerwehrwesens nicht zielführend waren, ist das Benchmarking international und organisationsvergleichend ausgerichtet worden. Die Niederlande konnte als Vergleichspartner konstatiert werden, weil diese eine große kulturelle Ähnlichkeit zum deutschen Feuerwehrwesen aufweist und regionalisiert agiert. Das Merkmal der Regionalisierung stellte sich im europäischen Raum als eine vielversprechende Variante der Organisationsgestaltung heraus. Der Benchmarkingprozess ist morphologisch beibehalten worden. Die Analysen, Vergleiche und Bewertung erfolgten nach Vorbild der Organisationsanalyse nach den Ausführungen von Wenger, Thom und Ritz, welche in das Benchmarking implementiert wurden. Diese Vorgehensweise stellte sich als erfolgreich heraus. Die Verbesserungs- und Handlungsoptionen für das deutsche Feuerwehrwesen aus dem Benchmarking mit den Niederlanden sind folgende: • Bündelung und Verknüpfung von Gefahrenabwehraufgaben in regionalen Strukturen sowie die Regionalisierung der Feuerwehren • Anpassung der Schutzziele und Hilfsfristen an Effizienzkriterien und Risiko unter der Bedingung weiterer einhergehender Maßnahmen (Wandel von einer strukturqualitätsorientierten hinzu einer prozessqualitätsorientierten Philosophie) o Standardisierung der Ausbildung aller Feuerwehrdienstleistenden (in Modulen) und I Intensivierung der ehrenamtlichen Ausbildung o Festlegen der Staffel als Standardeinheit o Einführung von Zwischenebenen zwischen freiwilliger/zufälliger und beruflicher/sicherer Verfügbarkeit o Vergütung von arbeitsverhältnisähnlichen Dienstzeiten o Reduzierung der Fahrzeugvielfalt o Risikoorientierente und regionalstrukturierte Fahrzeugvorhaltung o Objektbezogene Risikoanalyse o Einführung eines Qualitätsmanagementsystems und eines standardisierten Controllings o Transparenz- und Einbindungsstrategie mit der Öffentlichkeit verfolgen Weitere Maßnahmen, die sich zwar im heutigen Feuerwehrsystem umsetzen ließen und die Effektivität und Effizienz steigern würden, aber nicht das Problem der nicht erreichbaren Schutzziele beheben könnten, sind Maßnahmen wie die Etablierung des Krisenmanagements, die wissenschaftliche Erschließung des Feuerwehrwesens, die Bündelung rückwärtiger Tätigkeiten oder die Weiterentwicklung des Führungssystems hinsichtlich mehrstufiger Skalierbarkeit sowie wirkungsvoller und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Metadaten
Verfasserangaben:Tim Staubach
URN:urn:nbn:de:hbz:832-epub4-19980
DOI:https://doi.org/10.57683/EPUB-1998
Gutachter*in:Jörg Schmidt, Martina Dettweiler
Dokumentart:Masterarbeit/Diplomarbeit
Sprache:Deutsch
Veröffentlichende Institution:Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Köln
Titel verleihende Institution:Technische Hochschule Köln
Datum der Veröffentlichung:03.06.2022
Datum der Freigabe:08.06.2022
GND-Schlagwort:Benchmarking; Deutschland; Feuerwehr; Gefahrenabwehr; Niederlande; Optimierung
Freies Schlagwort / Tag:Benchmarking; Deutschland - Niederlande; Feuerwehr; Gefahrenabwehr; Optimierung
Seitenzahl:141
Fakultäten und Zentrale Einrichtungen:Anlagen, Energie- und Maschinensysteme (F09) / Fakultät 09 / Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr
DDC-Sachgruppen:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und Maschinenbau
Open Access:Open Access
Lizenz (Deutsch):License LogoCreative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International