Digitale Services und ihr Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden
- Digitale Services haben sich in fast allen Bereichen unseres täglichen Lebens etabliert. Sie erreichen uns über soziale Plattformen, Mobiltelefone, Wearables, Smart-Home-Anwendungen oder sonstige Geräte im Internet-der-Dinge. Der Zweck solcher Dienste, die häufig auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz (KI) basieren, liegt u.a. auf der Be-reitstellung und Auswahl von auf den Nutzer zugeschnittenen Informationen, der Unter-stützung bei Entscheidungsprozessen oder der Vereinfachung (Automatisierung) alltäg-licher Aufgaben. Indem wir von diesen Angeboten Gebrauch machen, erhalten wir Un-terstützung und Orientierung bei individuellen Entscheidungen und Verhaltensweisen und erfahren somit unweigerlich eine Beeinflussung in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens, etwa zu Fragen des Konsums, der sozialen Interaktionen, des Ver-kehrs, des Haushalts oder des Gesundheitswesens. Damit bieten sie zweifellos Vorteile zur effizienten Bewältigung unseres immer komplexer erscheinenden Alltags. Gleich-wohl ist in der jüngeren Vergangenheit eine kontroverse Diskussion über die Auswir-kungen und Risiken der künstlichen Intelligenz und digitaler Plattformen entstanden. Immer häufiger werden sie zum Gegenstand negativer Schlagzeilen, von Klagen und notwendigen Gesetzesänderungen. So stehen gewisse digitale Plattformen und Online-Dienste im Verdacht, psychischen Stress und Verhaltensstörungen bei ihren Nutzern auszulösen oder Menschen in Abhängigkeitsverhältnisse zu drängen. Als besonders problematisch erweisen sich Mechanismen der Beeinflussung, wie etwa Belohnungs-systeme oder Ansätze der Gamifizierung, die Nutzer dazu motivieren sollen, häufiger und länger von diesen Angeboten Gebrauch zu machen und mit ihnen zu interagieren. Angesichts dieser Diskussionslage und dem wachsenden Bewusstsein für die potenzi-ellen negativen Auswirkungen solcher Online-Dienste auf das menschliche Wohlbefin-den hat sich seit einiger Zeit der Begriff des "digitalen Wohlbefindens" etabliert. Dabei handelt es sich gewissermaßen um einen moralischen Imperativ in Bezug auf die Ent-wicklung neuer digitaler Serviceinnovationen. Demnach soll die geistige, körperliche, soziale und emotionale Unversehrtheit des Menschen beim Umgang mit digitalen Ser-vices bereits bei deren Entwicklung eine größere Beachtung finden. Bislang jedoch ist dieser Begriff, d.h. die Frage, inwieweit digitale Services das menschliche Wohlbefinden (auf positive oder negative Art und Weise) beeinflussen, kaum operationalisiert. Wenn-gleich uns die Psychologie zahlreiche Erkenntnisse liefert, was das menschliche Wohl-befinden ausmacht und welche Faktoren darauf einwirken, so ist deren Übertragung auf das Phänomen der digitalen Services bislang kaum erfolgt. Das vorliegende Paper adressiert ebendiese Forschungslücke. Verschiedene Denkschulen aus dem Bereich der Psychologie werden betrachtet, um ein erstes Erklärungsmodell in Bezug auf diese Forschungsfrage zu entwerfen.
| Author: | Nhu Quynh Vu, Dafina Bulliqi, Christoph Haag |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:hbz:832-epub4-30595 |
| DOI: | https://doi.org/10.57683/EPUB-3059 |
| Document Type: | Article |
| Language: | German |
| Date of Publication (online): | 2025/11/05 |
| GND-Keyword: | Psychologie; Wohlbefinden |
| Tag: | Digitale Services; Digitales Wohlbefinden; Konvivialität; Menschliches Wohlbefinden |
| Page Number: | 44 |
| Institutes: | Informatik und Ingenieurwissenschaften (F10) / Fakultät 10 / Institut Allgemeiner Maschinenbau |
| CCS-Classification: | A. General Literature |
| Dewey Decimal Classification: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften |
| Open Access: | Open Access |
| Licence (German): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |


